Tausende strampelten durch das Ahrtal
Radeln an der Ahr
Auch eine leibhaftige Weinkönigin bereicherte die Einweihungsfeier.
Blankenheim - Eine derart fulminante Radweg-Einweihung hatte der
Kreis Euskirchen noch nicht erlebt. Tausende kamen gestern zur offiziellen
Freigabe des neuen Ahrtal-Radweges. Zum 14. Mal hatte der Kreis Euskirchen
zum „Rad-Aktionstag“ eingeladen, der vom „Kölner
Stadt-Anzeiger“ und der Gemeinde Blankenheim mitorganisiert
worden war. Rund eine halbe Stunde dauerte es alleine, bis sich der
gesamte Pulk vom Start am Blankenheimer Weiher aus zur gut zehn Kilometer
weiten familienfreundlichen Radtour durch das malerische Ahrtal aufgemacht
hatte. Den Rückweg konnten die Biker über die autofreie
Bundesstraße 258 nehmen.
Zum Auftakt des Rad-Aktionstages gab es einen Radfahrer-Gottesdienst,
bevor Landrat Günter Rosenke die Teilnehmer willkommen hieß.
Unter den Gästen begrüßte er die Weinkönigin
„Burgundia von Ahrweiler“. Aber auch Helmut Nikolaus bekam
einen besonderen Gruß. Der ehemalige Leiter des Landesbetriebs
Straßenbau in Euskirchen hatte sich besonders für den Bau
des Ahrtal-Radweges stark gemacht. Dabei wurden immerhin rund 4,2
Millionen Euro ausgegeben, weil etliche Brücken neu gebaut werden
mussten. Bürgermeister Rolf Hartmann verwies darauf, dass erstmals
im Kreis Euskirchen eine Bundesstraße für eine Fahrradveranstaltung
gesperrt worden sei. Wenn es nach ihm gehe, soll es künftig in
jedem Jahr einmal ein „autofreies Ahrtal“ geben.
Die Radler, die auf der Strecke unterwegs waren, zeigten sich ausnahmslos
begeistert. „Wunderschön“, „beeindruckend“,
einmalig“ lauteten die Kommentare. Kein Wunder, denn nicht nur
die Strecke zeigte sich optimal präpariert, auch das Wetter spielte
mit.
Alle paar Kilometer konnte man sich an insgesamt fünf Aktionspunkten
stärken und bei Blasmusik erholen. Einen enormen Andrang erlebte
die Kirmes in Ahrhütte. Die schmale Brücke über die
Ahr konnte man nur noch passieren, indem man sein Fahrrad schob. Viele
Menschen nutzten die Gelegenheit, sich dort für die Heimfahrt
nach Blankenheim zu stärken. Während der Fahrt über
die Bundesstraße konnte man viele seltene Eindrücke sammeln.
„Hier sieht es ja aus wie im Allgäu“, meinte ein
Radler, der die steilen Wacholderhänge hinter dem Ortsausgang
von Ahrhütte passierte.
Am Start- und Zielpunkt rund um den Blankenheimer Weiher gab es ein
buntes Rahmenprogramm rund um die Themen Fahrrad, Sport, Natur, Musik
und Tourismus. Die sicherlich spektakulärste Show lieferten die
Jungs einer Rad-Artistik-Truppe mit ebenso perfekter wie atemberaubender
Fahrrad-Akrobatik. Der Kreissportbund informierte über seine
vielfältigen Angebote. Für die Kleinen gab es Hüpfburg
und Gesichtsmalerei, die Polizei kodierte im Akkord Fahrräder,
und etliche Vereine nutzten die Gelegenheit, sich vorzustellen.
(Kölner Stadt-Anzeiger, 13.06.05)