Duschen, ohne nass zu werden
Die meisten Eltern kennen das wohl: Der Nachwuchs möchte
und / oder soll Duschen, ist dabei aber noch ein wenig auf die Hilfe
der Großen angewiesen. Und die werden bei der Dusch-Aktion unweigerlich
„mitgeduscht“. Nicht mehr lange!
Die meisten Eltern kennen das wohl: Der Nachwuchs möchte und
/ oder soll Duschen, ist dabei aber noch ein wenig auf die Hilfe der
Großen angewiesen. Und die werden bei der Dusch-Aktion unweigerlich
„mitgeduscht“. Dieses Problem beschäftigte auch Ernst
Lüttgau. „Dass Eltern ihren Kleinkindern nicht beim Duschen
helfen können, ohne dabei selbst pudelnass zu werden, hat mich
so oft geärgert“, sagte Lüttgau, Besitzer des „Eifel-Camps“
in Freilingen. „Das kann so nicht weitergehen“, dachte
sich Lüttgau. Und frei nach dem Motto „Geht nicht, gibt's
nicht“ setzte er sich an seinen Schreibtisch, grübelte
über Zeichnungen und Entwürfen und entwickelte ein neuartiges
Kinderbad. Bei ein paar hübschen Zeichnungen sollte es natürlich
nicht bleiben: Das Projekt musste in die Tat umgesetzt werden. Und
nun funktioniert das „Duschen, ohne nass zu werden“ auf
Lüttgaus Campingplatz.
Der Clou des neuen Kinder- und Babybereiches: Aufgrund zentraler
Duschsäulen in drei unterschiedlichen Höhen können
Kinder verschiedener Altersstufen problemlos selbst duschen und bei
Bedarf von einem Erwachsenen dabei unterstützt werden - ohne
dass Papa oder Mama selbst nass werden. Die Armaturen einer Sanitärfirma
sind teilweise über moderne Touchscreens zu bedienen.
Ein weiterer Effekt: Die ungewöhnlichen Armaturen werden in
entsprechenden Intervallen automatisch thermisch durchgespült,
„so dass diese auch höchsten hygienischen Ansprüchen
genügen“, fügte Lüttgau hinzu. Ein bisschen Luxus
auf dem stillen Örtchen. „Das ist nichts von der Stange.
Das habe ich selbst erfunden.“
Nach sechs Monaten Bauzeit hat Lüttgau das neue Luxus-Sanitärgebäude
jetzt eröffnet. Das eher schnörkellose und einfach anmutende
Äußere des Gebäudes hat es in jeder Hinsicht in sich.
„Der Bau vereint modernste Energie- und Sanitärtechnik“,
sagte Lüttgau. Ein Blockheizkraftwerk sorgt für die eigene
Stromproduktion und mit der anfallenden Abwärme wird die Warmwasserversorgung
der Heizung gespeist. In Kombination mit einer Fußbodenheizung
und einem speziellen Lüftungssystem (Zu- und Abluft werden elektronisch
gesteuert) und mit einer zusätzlichen Wärmerückgewinnung
werden rund 85 Prozent der Abluftwärme wieder in den Lüftungskreislauf
zurückgeführt.
Bei den Baumaterialien wurde größter Wert auf einen hohen
Dämmfaktor gelegt. Das Sanitärgebäude entspricht von
seinen Wärmewerten einem Passivhaus und weist somit eine hohe
Umwelt- und Energieeffizienz auf. Neben dem Aspekt der ökologischen
Weitsicht lagen dem Camping-Betreiber vor allem die Benutzerfreundlichkeit
und der Wohlfühleffekt des Gastes am Herzen. Die Ausstattung
und die Großzügigkeit sowie die Wertigkeit der verwendeten
Materialien lassen wirklich kaum noch Wünsche offen.
Alle Toiletten sind geräumig, von unten bis oben abgemauert
und modern gefliest. Jede einzelne Toilette verfügt über
ein Zu- und Abluftsystem. Dadurch soll es keine Geruchs- und Geräuschbelästigungen
mehr geben. Alle Kabinen, so genannte „SanitärUnits“,
sind mit Dusche und Waschbecken oder mit Dusche, Waschbecken und Toilette
ausgestattet. Ein für die Camping-Branche neuartiger Luxus, der
im Eifel-Camp von den Gästen ohne Aufpreis genutzt werden kann.
Auf der Kindertoilette gibt es für die kleinen Jungs sogar ein
Urinal in entsprechender Höhe. „Rund 450 000 Euro hat der
Erweiterungsbau gekostet“, berichtet Ernst Lüttgau.
(Koelnische Rundschau, 31.07.09)