Gut für die Seele: Wintercampen
Das "Eifel-Camp" in Freilingen bietet den Gästen
buchstäblich ausgezeichnete Bedingungen. Besonders hart gesottene
Kurzurlauber bevölkern die Einrichtung immer gerne über
Weihnachten, Silvester und Karneval.
Nicht wenige Deutsche nutzen die kalten Wintermonate, um in den Urlaub
zu fahren. Die Ziele sind dabei naturgemäß wärmere
Gefilde, wie etwa die beliebten Ferieninseln Teneriffa oder Fuerteventura.
In der Eifel gibt es allerdings ebenfalls eine „Küstenregion“,
die sich nicht nur wie gewöhnlich im Sommer, sondern auch in
der frostigen Jahreszeit zunehmender Beliebtheit erfreut: der Campingplatz
„Eifel-Camp“ am Freilinger See.
Bei Minusgraden im Wohnwagen oder gar im Zelt zu schlafen, ist für
die meisten Leute vollkommen unvorstellbar. Einige hartgesottene Camper
kommen bei diesen Witterungsbedingungen erst richtig in Fahrt. So
zum Beispiel Bernd Diederichs aus Nettetal: „Ich komme mit meiner
Frau schon seit vielen Jahren im Winter hierhin. Doch so viel Schnee
hatten wir noch nie“, erzählte er ohne jedes Bedauern in
der Stimme. Ganz im Gegenteil. „Das lässt einen die Natur
doch noch viel intensiver erleben. Wintercampen ist was für die
Seele“, freute sich der Nettetaler über die Eifeler Schneelandschaft.
Ausreichend isoliert
Eine Sonderladung Decken habe man trotz der frostigen Temperaturen
nicht eingepackt, schließlich seien Wohnwagen gut isoliert.
„Hat man die einmal aufgewärmt, fällt die Temperatur
im Innenraum nicht mehr unter 22 Grad. Der Gasverbrauch steigt aber
natürlich, denn ausmachen sollte man die Heizung besser nicht“,
schmunzelte er.
Doch alleine mit Gas ist es beim Campen natürlich nicht getan,
man braucht auch Wasser. Damit dies bei der Kälte kein Problem
wird, wurde im „Eifel-Camp“ vorgesorgt. An jedem Platz
stehen Edelstahlsäulen, die mit Strom, einer Antennen-, einer
Wasser- und einer Abwasserleitung ausgerüstet sind. „Die
Säule hat einen Meter Unterbau, wo Ventile angebracht sind, die
dafür sorgen, dass es jederzeit fließend Wasser gibt und
es nicht gefriert“, erklärte Geschäftsführer
Ernst Lüttgau.
Er hatte in den Wintermonaten auch schon das ein oder andere exklusive
Erlebnis. Vor einigen Jahren etwa sei er auf einem Rundgang über
den Platz unterwegs gewesen, als er an einem Wohnwagen ein ungewöhnliches
Rauschen vernahm. „Als ich mich dann bückte, sah ich einen
Fön, den der Besitzer zum Enteisen seiner Leitungen unter den
Wagen montiert hatte“, erinnerte Lüttgau sich. Ebenfalls
im Gedächtnis geblieben ist ihm ein Pärchen, das bei enormen
Minustemperaturen darauf bestand, im Zelt zu schlafen. „Die
wollten das einfach mal ausprobieren und wahrscheinlich auch ihre
Körperwärme vollständig ausnutzen“, lachte er.
Miniatur-Pyramide
Donia Pietryga und Jürgen Fiebig aus Mönchengladbach sind
ebenfalls mit einem Zelt angereist. Darin schlafen sie auch trotz
Schnee und Eis. Ihre Miniatur-Pyramide ist allerdings auf ihrem Auto
befestigt und kann nur mit Hilfe einer Leiter erreicht werden. Eingeklappt
sieht das knapp zwei Meter lange Zelt aus wie eine gewöhnliche
Dachbox.
In ausgefahrenem Zustand erreicht es eine Höhe von etwas mehr
als einem Meter. „Kalt wird uns darin nicht. Wir haben viele
Decken, die uns warm halten, auch wenn die Innenwände des Zeltes
manchmal einfrieren.“ Auch die beiden Niederrheiner sind „Wiederholungstäter“
und campen nicht zum ersten Mal im Winter. Das „Eifel-Camp“
sei aber bisher der beste Platz dafür gewesen, loben sie die
Einrichtung.
Diese Komplimente kommen nicht von ungefähr, ist der Camping-Grund
in Freilingen doch mehrfach ausgezeichnet und nachgewiesen der qualitativ
beste in Nordrhein-Westfalen. Ein eigenes Blockheizkraftwerk und eine
spezielle Lüftung im Sanitärbereich sorgen zudem dafür,
dass 80 Prozent der produzierten Wärme zurückgewonnen werden
und der Platz auch bei ökologischen Bewertungen Punkte sammeln
kann. Damit dies so bleibt, soll das Dach des Empfangsgebäudes
in den nächsten Monaten mit einer Fotovoltaikanlage ausgestattet
werden.
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Keine Angst vor Frostbeulen: Donia Pietryga und Jürgen
Fiebig aus Mönchengladbach haben ihr Dachzelt mit reichlich
Decken ausstaffiert. (Bild: Greuel) |

Camp-Betreiber Ernst Lüttgau in der heimeligen Grillhütte.
(Bild: Greuel) |

Frostfreies Wasser für Winter-Camper Bernd Diederichs. (Bild:
Greuel) |
Kölner Stadtanzeiger, 18.02.10